
Dies ist ein Teil des Jahresberichts 2025 der The Document Foundation (TDF), der gemeinnützigen Organisation, die das LibreOffice-Projekt und die dazugehörige Community koordiniert. Weitere Informationen folgen in Kürze …
Spenden
Im Jahr 2025 verzeichnete die The Document Foundation 140.593 Spendentransaktionen mit einem Gesamtvolumen von 1.807.780 Euro (nach Abzug von Gebühren für Zahlungsabwicklung und Währungsumrechnung). Dies stellt einen deutlichen Anstieg gegenüber den beiden vorangegangenen Jahren dar: Die Anzahl der Spendentransaktionen hatte 2023 bei 98.361 und 2024 bei 104.430 gelegen, während die entsprechenden Beträge 1.302.956 Euro beziehungsweise 1.387.589 Euro betrugen. Das Transaktionsvolumen wuchs somit im Jahresvergleich um rund 35 %, und die bereinigte Gesamtsumme stieg um etwa 30 %.

An dieser Stelle ist ein Hinweis zur Methodik angebracht. Die Grafiken in diesem Abschnitt bilden die Anzahl der Spendenvorgänge ab und nicht die tatsächlich eingegangenen Beträge. Dies geschieht bewusst: Der finanzielle Wert lässt sich erst ermitteln, nachdem die einzelnen Transaktionen um Umrechnungs- und Bearbeitungsgebühren bereinigt wurden, wohingegen die Anzahl der Transaktionen unmittelbar feststeht. Die Grafiken veranschaulichen somit den Verlauf des Trends, während die oben genannten Euro-Gesamtsummen die dahinterstehende finanzielle Realität widerspiegeln.
Die Verteilung auf die Quartale zeigt, dass sich das Wachstum des Jahres stark auf die letzten Monate konzentrierte. Die ersten drei Quartale bauten jeweils nur moderat aufeinander auf, während das vierte Quartal deutlich darüber lag. Für diesen Anstieg im vierten Quartal gibt es eine klare Erklärung: Auf die Ankündigung von LibreOffice 25.8 im August folgte die Einführung eines neuen Update-Mechanismus für Windows. Dieser präsentiert den Nutzern eine eigens dafür eingerichtete Seite mit Informationen zu neuen Funktionen sowie eine Aufforderung, das Projekt zu unterstützen. Diese Kombination erwies sich als äußerst wirksam dabei, Aufmerksamkeit in Spenden umzuwandeln. Das im Laufe des Jahres 2025 wachsende öffentliche Interesse an europäischer digitaler Souveränität mag zwar ein zusätzliches, günstiges Umfeld geschaffen haben, doch die messbaren treibenden Faktoren waren die Veröffentlichung der neuen Version und der neue Update-Mechanismus.
Downloads
Im Jahr 2025 wurde LibreOffice 44.809.742 Mal von der offiziellen Download-Seite heruntergeladen; damit verzeichnete das Jahr den höchsten Jahreswert in der Geschichte des Projekts. Die Jahresstatistik zeigt ein stetiges Wachstum über mehr als ein Jahrzehnt hinweg; der Wert für 2019 wird zwar aufgeführt, sollte jedoch mit Vorsicht betrachtet werden, da automatisierter Datenverkehr die Zählungen in jenem Jahr verfälscht hat. Anstatt den Wert einfach wegzulassen, hat sich die Foundation entschieden, eine glaubwürdige, korrigierte Zahl zu veröffentlichen und offen darauf hinzuweisen, dass diese nicht als absolut verlässlich gelten kann.

Diese Download-Zahlen sind eher als Untergrenze denn als Obergrenze zu verstehen. Etliche wichtige Bezugswege werden bei der Zählung überhaupt nicht erfasst: Die meisten Linux-Nutzer beziehen LibreOffice über ihre Distributionen, Installationen aus dem Microsoft Store und dem Mac App Store werden nicht registriert, und der neue Windows-Update-Mechanismus führt dazu, dass ein Nutzer die Software einmal herunterlädt und anschließend aktualisiert, ohne einen weiteren Download auszulösen. Die tatsächliche Nutzung liegt daher deutlich höher, als es die reine Download-Zahl vermuten lässt.
Betrachtet man die monatlichen Zahlen, so blieben die Download-Werte das ganze Jahr über konstant hoch, wobei das Jahr 2025 in den meisten Monaten sowohl vor 2023 als auch vor 2024 lag. Das Muster zeigt keinen einzelnen, herausragenden Spitzenwert, sondern eine anhaltende Nachfrage; dies spiegelt die etablierte Marktposition von LibreOffice wider und deutet nicht auf ein einmaliges Ereignis hin.
Die Update-Seite liefert hierzu eine ergänzende Perspektive. Sie verzeichnete im Laufe des Jahres 581.615.673 Zugriffe – eine Zahl, die zwar nicht um Mehrfachzugriffe bereinigt ist, aber dennoch einen Eindruck von der Größe der aktiven Nutzergemeinschaft vermittelt. Auf konservativer Basis schätzt die Foundation die Nutzerbasis von LibreOffice auf rund 100 Millionen, zuzüglich einer beträchtlichen Anzahl gelegentlicher Nutzer. Auch eine höhere Schätzung ist vertretbar: Legt man ein Verhältnis von etwa einem Nutzer auf drei bis vier Zugriffe auf die Update-Seite zugrunde, läge die Größe der aktiven Community zwischen 140 und 180 Millionen.
