LibreOffice-Marketingaktivitäten im Jahr 2025 – TDF-Jahresbericht

Dies ist Teil des Jahresberichts 2025 der The Document Foundation, der gemeinnützigen Organisation, die das LibreOffice-Projekt und die dazugehörige Community koordiniert.

Im Jahr 2025 verfolgten die The Document Foundation (TDF) und die weltweite LibreOffice-Community ein Marketing- und Interessenvertretungsprogramm, das die bewährte Arbeit am Community-Aufbau und der Software-Promotion mit einer geschärften öffentlichen Argumentation für digitale Souveränität und offene Dokumentenstandards verband. Das Jahr war geprägt von zwei zentralen Meilensteinen – dem fünfzehnjährigen Jubiläum von LibreOffice und dem Erreichen der Marke von insgesamt 400 Millionen Downloads – sowie von einem zunehmend nachdrücklichen Eintreten für das Open Document Format als einzigem offenen Standard für Office-Dokumente. Im Folgenden findet sich ein thematischer Überblick über die wichtigsten Aktivitäten zur Unterstützung von TDF und LibreOffice im Laufe des Jahres, gegliedert nach Themenbereichen statt in chronologischer Monatsabfolge.

Jahrestage und Meilensteine ​​der Adoption

Zwei Meilensteine ​​prägten die öffentliche Wahrnehmung des Jahres.

Im Januar gab die TDF bekannt, dass LibreOffice seit 2011 die Marke von insgesamt 400 Millionen Downloads überschritten hatte – bei einem Durchschnitt von 28,6 Millionen Downloads pro Jahr und einem Aufwärtstrend, der mittlerweile bei über 35 Millionen jährlichen Downloads liegt. Diese Meldung unterstrich die Position des Projekts gegenüber der weit verbreiteten Annahme, Desktop-Office-Pakete würden zwangsläufig in der Cloud verschwinden.

Im September feierte das Projekt das fünfzehnjährige Bestehen von LibreOffice, das am 28. September 2010 als Fork von OpenOffice gestartet worden war. Das Jubiläum wurde nicht bloß als Geburtstag einer Software begangen, sondern als Bekenntnis zu der Bewegung, für die LibreOffice steht: eine Gemeinschaft aus Tausenden von Mitwirkenden und Dutzenden von Unternehmen, eine Lokalisierung in mehr als 120 Sprachen mit einer Reichweite von Milliarden potenzieller Nutzer sowie ein beständiges Plädoyer für digitale Souveränität in einer Zeit von Cloud-Abhängigkeiten und dem Verlust des Eigentums an eigenen Daten. In der Kommunikation wurde dieser Meilenstein zudem direkt mit dem ODF-Format verknüpft, das die dauerhafte und transparente Kontrolle über die eigenen Dokumente garantiert.

Interessenvertretung: Digitale Souveränität und offene Standards

Die prägendste Entwicklung des Jahres 2025 war die Bündelung der Marketingaktivitäten zu einer kohärenten Kampagne, die sich für digitale Souveränität und offene Dokumentenstandards einsetzte.

Das für den 14. Oktober 2025 geplante Ende des Supports für Windows 10 bot den zentralen Anlass für diese Kampagnenarbeit. Die TDF unterstützte die internationale Initiative „@endof10“ und betonte, dass es sich hierbei nicht um einen routinemäßigen Produktwechsel, sondern um eine entscheidende Weichenstellung handelte. Dabei positionierte sie Linux und LibreOffice als datenschutzfreundliche und zukunftssichere Alternative zu dem aufgezwungenen Upgrade-Pfad auf Windows 11 und Microsoft 365 – mit all den damit verbundenen Nachteilen wie Abonnementkosten, Cloud-Abhängigkeit und Hardware-Obsoleszenz.

Parallel dazu erarbeitete die Stiftung eine Sammlung technischer und politisch orientierter Materialien, die ODF als einzigen offenen Standard für Office-Dokumente propagierten und die strukturellen Probleme von OOXML aufzeigten. Durch diesen Ansatz wandelte sich die Kommunikation des Projekts von reiner Produktwerbung hin zu einer öffentlichen Debatte über Fragen der Format-Hoheit, der Anbieterbindung (Lock-in-Effekt) und der institutionellen Kontrolle über Dokumente – eine Argumentation, die im öffentlichen Sektor und in politischen Kreisen auf große Resonanz stieß.

Konferenzen und Großveranstaltungen

Internationale und regionale Konferenzen waren weiterhin entscheidend für die Sichtbarkeit der Stiftung.

Die jährliche LibreOffice Conference 2025 bildete das zentrale Treffen für Mitwirkende – Entwickler, Designer, Dokumentationsautoren, Übersetzer und Marketing-Spezialisten – und wurde über die Kanäle des Projekts beworben, wobei das bewährte Format aus Programmankündigungen, Sprechervorstellungen und Live-Updates beibehalten wurde. Zwei bedeutende regionale Konferenzen ergänzten das Programm in den weltweiten Communities: die LibreOffice Asia Conference 2025 in Japan und der VI. Latin American LibreOffice Congress in Havanna. Beide Veranstaltungen brachten Mitwirkende und Nutzer aus den jeweiligen Regionen zusammen, lieferten umfangreiche Nachberichte und stärkten die Präsenz des Projekts in zwei seiner aktivsten geografischen Gebiete.

Der Community-Kalender bot zudem eine Vielzahl kleinerer regionaler Veranstaltungen, die vom Marketing-Team unterstützt und beworben wurden, darunter die LibreItalia Conference 2025, die LinuxDays 2025 in Prag, die OSS Conf 2025 in Luxemburg, eine Veranstaltung in Nepal anlässlich des Software Freedom Day, der Augsburger Linux-Infoday, das Prager Installfest, der Univention Summit, die Linux Arena in Pordenone (Italien) sowie die FLISoL Brasília. Zudem war das Projekt zu Jahresbeginn auf der FOSDEM 2025 in Brüssel vertreten.

Community-Aufbau und Anerkennung

Die regelmäßig stattfindenden „Monat von LibreOffice“-Kampagnen wurden erneut im Mai und November durchgeführt. Dabei wurden Mitwirkende aus den Bereichen Entwicklung, Dokumentation, Qualitätssicherung (QA), Lokalisierung und Marketing gewürdigt und belohnt – unter anderem durch digitale Abzeichen, öffentliche Anerkennung sowie Sticker-Sets und Merchandise-Artikel, die an die Teilnehmenden verschickt wurden. Die Kampagne diente sowohl dazu, die bestehenden Mitwirkenden zu feiern, als auch neuen Interessierten den Einstieg zu erleichtern.

Eine bedeutende strukturelle Neuerung war der Start der LibreOffice-Community in den USA im November. Da sich zeigte, dass sich in den USA trotz einer großen Nutzerbasis nie eine organisierte lokale Community gebildet hatte, richtete die TDF eigene Kommunikationskanäle ein (Discord – mit Bridge zu Matrix – sowie ein Mastodon-Konto). Ziel war es, US-spezifische Merchandise-Artikel, Marketing- und Informationsmaterialien sowie Treffen (Meetups) zu unterstützen.

Dokumentation, Publikationen und Merchandise

Die Community baute ihr Angebot an veröffentlichten Ressourcen für Marketing und Onboarding weiter aus. Es wurden neue Benutzerhandbücher für die Versionen der Reihe 25.2 herausgegeben – ergänzt durch das „Calc Guide 24.8“ sowie tschechische Übersetzungen des „Getting Started Guide 24.8“ und des „Calc Guide 25.2“, was den Beitrag der muttersprachlichen Communities widerspiegelt. Zudem wurden neue „LibreOffice Expert“-Magazine für die Jahre 2025–2026 für Schulen und lokale Gemeinschaften bereitgestellt und eine neue Reihe von LibreOffice-Merchandise-Artikeln eingeführt, um Veranstaltungen, Werbegeschenke und Spendenaktionen zu unterstützen.

Medien, Pressearbeit und Social Media

Die TDF setzte ihre Presse- und Öffentlichkeitsarbeit das ganze Jahr über fort: Sie veröffentlichte Pressemitteilungen zu neuen Versionen, Meilensteinen, Veranstaltungen sowie zur Einführung der Software im öffentlichen Sektor und untermauerte dabei die Position von LibreOffice als kosteneffiziente, sichere und datenschutzfreundliche Alternative zu proprietären Office-Paketen. Die Social-Media-Strategie wurde auf Mastodon, LinkedIn und weiteren Kanälen des Projekts weiterverfolgt; dabei lag ein besonderer Schwerpunkt darauf, Entscheidungsträger in der öffentlichen Verwaltung durch Fallstudien und Berichte über erfolgreiche Implementierungen zu erreichen sowie das Argument der digitalen Souveränität in Fachkreise und politische Gremien zu tragen. Monatliche Zusammenfassungen zu Projekt und Community boten zudem eine kontinuierliche, gebündelte Übersicht der Aktivitäten im Jahresverlauf.

Einführung im öffentlichen Sektor

Die Migrationen im öffentlichen Sektor blieben eines der überzeugendsten Elemente der externen Kommunikation des Projekts; sie belegten die Praxistauglichkeit von LibreOffice auf institutioneller Ebene und untermauerten konkret das Argument der digitalen Souveränität, das die diesjährige Interessenvertretung prägte. Diese Migrationen wurden über Presse- und Social-Media-Kanäle als Beleg dafür hervorgehoben, dass offene Standards und Open-Source-Bürosoftware eine realistische Grundlage für die öffentliche Verwaltung darstellen.

Zusammenfassung

Im Jahr 2025 entwickelte sich die Marketing- und Interessenvertretungsarbeit der TDF von der reinen Software-Promotion hin zu einem schlüssigen öffentlichen Plädoyer für digitale Souveränität auf der Basis offener Dokumentenstandards. Getragen vom fünfzehnten Jubiläum und dem Meilenstein von 400 Millionen Downloads, geschärft durch das Ende von Windows 10 und die Hervorhebung des ODF-Formats sowie gestützt durch Konferenzen, Community-Kampagnen, Publikationen und kontinuierliche Medienarbeit, steigerten die Aktivitäten des Jahres sowohl die Sichtbarkeit von LibreOffice als auch das übergeordnete Argument, dass Dokumente – und die von ihnen abhängigen Institutionen – von offenen Standards und gemeinschaftsgetragener Software profitieren.

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