
Dies ist ein Teil des Jahresberichts 2025 der The Document Foundation (TDF), der gemeinnützigen Organisation, die das LibreOffice-Projekt und die dazugehörige Community koordiniert. Weitere Informationen folgen in Kürze …
Veröffentlichungen des Jahres
Der Veröffentlichungsplan von LibreOffice basiert auf einem zeitgesteuerten Zyklus mit großen Updates alle sechs Monate (typischerweise im Februar und August). Mit anderen Worten: Es erscheinen zwei neue LibreOffice-Versionen pro Jahr. Viele andere FOSS-Projekte verfolgen einen ähnlichen zeitbasierten Ansatz, und seit 2024 nutzt LibreOffice ein „Jahr.Monat“-Versionierungsschema – so wurde beispielsweise LibreOffice 25.2 im zweiten Monat (Februar) des Jahres 2025 veröffentlicht. Dieses Schema hilft Nutzern dabei, auf einen Blick zu erkennen, wie alt (oder neu) ihre aktuell installierte LibreOffice-Version ist.
Neben den großen Upgrades gab es monatliche kleinere „Point-Releases“, die vorwiegend Fehler, Kompatibilitätsprobleme und Sicherheitslücken behoben.
Wichtige Funktions-Highlights
LibreOffice 25.2 wurde am 6. Februar veröffentlicht. Die Version führte die Möglichkeit ein, ODF-Dateien im Format 1.4 zu lesen und zu schreiben, und brachte zudem zahlreiche Verbesserungen der Interoperabilität mit proprietären OOXML-Dokumenten mit sich. Nach der Festlegung eines Standardzertifikats wurde es möglich, Dokumente automatisch zu signieren. Darüber hinaus wurden Windows 7 sowie Windows 8/8.1 als veraltete Plattformen eingestuft, deren Unterstützung mit Version 25.8 eingestellt werden soll; zudem funktionierten Erweiterungen und Funktionen, die auf Python basieren, unter Windows 7 nicht mehr.
In LibreOffice Writer 25.2 wurde die Verwaltung der Änderungsverfolgung verbessert, um eine große Anzahl von Änderungen in umfangreichen Dokumenten besser zu handhaben. Kommentare wurden im Navigator erfasst, sobald der Fokus auf sie gesetzt wurde, und beim Ändern der Größe des Kommentarbereichs erschien eine visuelle Führungslinie. Zudem wurden Optionen eingeführt, um eine Standard-Zoomstufe für das Öffnen von Dokumenten festzulegen, welche die in den Dokumenten selbst gespeicherte Einstellung überschreibt. Darüber hinaus wurde es möglich, über den Navigator sämtliche Inhalte eines bestimmten Typs – mit Ausnahme von Überschriften – zu löschen.
In LibreOffice Calc 25.2 wurde ein Dialog zur „Behandlung doppelter Datensätze“ hinzugefügt, um doppelte Datensätze auszuwählen oder zu entfernen. Sowohl der Dialog des Funktionsassistenten als auch der Bereich für Funktionen in der Seitenleiste wurden hinsichtlich der Suchfunktion und der Benutzerfreundlichkeit verbessert. Solver-Modelle lassen sich nun in Tabellenkalkulationen speichern, und der Solver kann einen Bericht zur Sensitivitätsanalyse erstellen. Zudem wurden neue Optionen für den Blattschutz eingeführt, die sich auf Pivot-Tabellen, Pivot-Diagramme und AutoFilter beziehen.

Darüber hinaus wurden zahlreiche Verbesserungen an allen Impress-Vorlagen vorgenommen; so erhielten beispielsweise die Master-Folien für Notizen und Handouts sichtbare Elemente, wie etwa eine auf Schwarz gesetzte Schriftfarbe. Objekte ließen sich in einem einzigen Schritt auf der Impress-Folie oder der Draw-Seite zentrieren, und die automatische Folienwiederholung konnte im Fenstermodus aktiviert werden. Schließlich wurde überlaufender Text in den Referentennotizen beim Ausdrucken nicht mehr abgeschnitten.
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Unterdessen wurde am 20. August LibreOffice 25.8 veröffentlicht. Die Version brachte Verbesserungen bei der Leistung sowie neue Funktionen für die Suite mit sich. Im Bereich der Benutzeroberfläche bot der Dialog „Willkommen/Neuerungen“ nun Zugriff auf die Auswahl der Benutzeroberfläche sowie auf Optionen zur optischen Gestaltung; dies ermöglichte es neuen Nutzern, die flexible Benutzeroberfläche von LibreOffice zu nutzen und das Erscheinungsbild an ihre persönlichen Vorlieben anzupassen. Zudem verbesserte das Release die Interoperabilität mit Microsoft-Office-Dateien und sorgte für eine präzisere Verarbeitung von DOCX-, XLSX- und PPTX-Dateien bei gleichzeitig weniger Formatierungsproblemen – dank Änderungen wie:
- Umfassende Überarbeitung der Worttrennung und Zeichenabstände
- Aktualisierung der Schriftartenverwaltung in Impress zur Gewährleistung der Kompatibilität mit PowerPoint-Dateien
- Ergänzung neuer Funktionen in Calc: CHOOSECOLS, CHOOSEROWS, DROP, EXPAND, HSTACK, TAKE, TEXTAFTER, TEXTBEFORE, TEXTSPLIT, TOCOL, TOROW, VSTACK, WRAPCOLS und WRAPROWS
Es gab natürlich weitere wichtige neue Funktionen, wie etwa die Möglichkeit, Dateien im PDF-2.0-Format zu exportieren, sowie verschiedene neue Dienste der ScriptForge-Bibliothek.
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Leistung
Im Laufe des Jahres 2025 arbeitete die LibreOffice-Community weiter an der Leistungssteigerung der Suite. In LibreOffice 25.2 wurde die Geschwindigkeit der Schriftartenvorschau in Calc erheblich verbessert. Zudem wurde die Geschwindigkeit beim Speichern von XLS- in ODS-Dateien deutlich gesteigert – insbesondere im Hinblick auf die Auswirkungen der Erhöhung der unterstützten Spaltenanzahl auf 16.000 –, und auch das Speichern von ODS-Dateien mit großen zusammengeführten Zellbereichen erfolgte schneller. Tabellen mit umfangreicher bedingter Formatierung ließen sich wesentlich schneller öffnen und speichern; gleiches galt für Tabellen mit einer großen Anzahl an Kommentaren. Schließlich wurde auch die Ladegeschwindigkeit von XLS-Dateien erheblich verbessert, nachdem die unterstützte Spaltenanzahl auf 16.000 erhöht worden war.
In LibreOffice 25.8 wurde die Leistung gesteigert, sodass alle Vorgänge – vom Programmstart bis zum Scrollen durch umfangreiche Dokumente – schneller abliefen; insbesondere auf weniger leistungsstarken Rechnern waren deutliche Geschwindigkeitsverbesserungen spürbar. In Benchmark-Tests öffneten Writer und Calc Dateien bis zu 30 % schneller. Eine optimierte Speicherverwaltung sorgte zudem für einen reibungsloseren Betrieb auf virtuellen Desktops und Thin Clients.
Qualitätssicherung
Für jede Veröffentlichung erstellte die LibreOffice-Qualitätssicherungs-Community Alpha-, Beta- und Release-Candidate-Versionen, wodurch Nutzer die Möglichkeit erhielten, die Software bereits weit vor der endgültigen Veröffentlichung zu testen (und Fehler zu melden). Im Laufe der Jahre wurden Tausende von Fehlern bestätigt, gesichtet und behoben. Das QA-Team verfasste monatliche Berichte über seine Aktivitäten im QA-Blog.

Barrierefreiheit
In LibreOffice 25.2 wurden die Warn- und Fehlerstufen der Barrierefreiheits-Seitenleiste verbessert und eine neue Option zum Ignorieren spezifischer Warnungen eingeführt. Zudem wurden Elemente der Benutzeroberfläche so aktualisiert, dass sie eine Kennung für Barrierefreiheit übermitteln, die von assistiven Technologien genutzt werden kann.
Zu den plattformspezifischen Verbesserungen unter Windows gehörte die automatische Aktivierung der Barrierefreiheitsfunktionen, sobald ein Werkzeug Informationen zur Barrierefreiheit abfragte; zudem wurden Beziehungen im Kontext der Barrierefreiheit nun korrekt gemeldet. Unter Linux wurden die Positionen von Benutzeroberflächenelementen – auch unter Wayland – präzise an die Barrierefreiheitsschnittstelle übermittelt.
LibreOffice 25.8 führte eine Barrierefreiheitsprüfung für Links und Verweise in Kopf- und Fußzeilen ein. Die Menüs im Dialog „Datei ▸ Vorlagen ▸ Vorlagen verwalten“ wurden unter Windows für Screenreader zugänglich gemacht. Es wurde Unterstützung für das IAccessible2-Attribut „text-indent“ hinzugefügt; dieses kann von assistiven Technologien wie Screenreadern genutzt werden, um den Einzug der ersten Zeile eines Absatzes zu melden. Zudem reagiert die Tabellenentwurfsansicht in Base unter Windows nicht mehr träge oder gar nicht, wenn ein Screenreader aktiv ist. Schließlich werden nun auch Kombinationsfelder und andere Steuerelemente innerhalb von Symbolleisten im Barrierefreiheitsbaum der Anwendung abgebildet.
