Übersetzung: englisches Original von Mike Saunders

Erzählen Sie uns ein wenig über sich!
Mein Name ist Rohan. Ich befinde mich derzeit in Berlin; mein Hintergrund liegt im Maschinenbau, und ich besitze einen Master-Abschluss in nachhaltiger Mobilität und Robotik. Vor Kurzem habe ich an meiner Masterarbeit gearbeitet und dabei intensiv LibreOffice unter macOS genutzt. Diese Erfahrung hat maßgeblich dazu beigetragen, dass ich mich dem Projekt zugewandt habe.
Neben meiner akademischen und technischen Tätigkeit interessiere ich mich für Open-Source-Software, Mobilität, Robotik sowie dafür, wie große Softwareprojekte entwickelt und gepflegt werden. Die Mitarbeit an LibreOffice war für mich eine völlig neue und bereichernde Erfahrung, da ich ursprünglich nicht aus der klassischen Softwareentwicklung komme.
Woran arbeiten Sie gerade im LibreOffice-Projekt?
Derzeit beschäftige ich mich mit Entwicklungsarbeiten im macOS-Umfeld, insbesondere im Bereich von OfficeBean und der nativen Fensterverwaltung. Eines der Themen, denen ich mich widme, ist die Implementierung von macOS-Unterstützung für OfficeBean; dies erfordert ein Verständnis des Zusammenspiels zwischen Java AWT, nativen macOS-Views und der VCL-Schicht von LibreOffice.
Bislang betrafen meine integrierten Beiträge vor allem das LibreOffice-Kern-Repository und konzentrierten sich auf C++-Bereinigungen, Refactoring sowie Modernisierungsmaßnahmen. Dazu gehören:
- tdf#168771 basctl: Herkömmliche Enums in Enum-Klassen umwandeln
- tdf#43157 canvas & chart2: Ersetzen OSL_ASSERT mit SAL_WARN_IF
- tdf#143148: Include-Guards ersetzen mit #pragma once
Einige meiner anderen Patches wurden zwar nicht übernommen, haben mir aber dennoch geholfen, viel über die Codebasis, Gerrit, Code-Reviews und die Kommunikation mit Reviewern zu lernen.
Außerdem habe ich zur Entwicklerdokumentation beigetragen, indem ich macOS-spezifische LCOV-Informationen auf der Wiki-Seite „Development/LCOV“ ergänzt habe. Ich wollte mein neu erworbenes Wissen dokumentieren, damit andere macOS-Mitwirkende bei der Verwendung von Coverage-Tools einen klareren Leitfaden haben.
Warum haben Sie sich entschieden, TDF-Mitglied zu werden?
Ich habe mich entschieden, Mitglied der TDF zu werden, weil LibreOffice mir persönlich sehr geholfen hat – insbesondere während meiner Masterarbeit. Bei der intensiven Nutzung fielen mir Fehler und kleine Unzulänglichkeiten auf; das weckte meine Neugier darauf, wie solche Probleme gemeldet und behoben werden.
Nachdem ich an der LibreOffice-Konferenz in Budapest teilgenommen hatte, wuchs mein Interesse an der Gemeinschaft hinter dem Projekt erheblich. Ich erlebte, wie offen und engagiert sich die Community für offene Standards, die Freiheit der Nutzer und die langfristige Nachhaltigkeit der Software einsetzt.
Für mich ist die Mitgliedschaft in der TDF eine Möglichkeit, etwas an ein Projekt zurückzugeben, das meine eigene akademische Arbeit unterstützt hat. Zudem bietet sie mir die Gelegenheit, mit der Gemeinschaft in Verbindung zu bleiben und weiterhin von Menschen zu lernen, die über weitaus mehr Erfahrung in der Open-Source-Entwicklung verfügen.
Planen Sie sonst noch etwas für die Zukunft? Was braucht LibreOffice wirklich?
In Zukunft möchte ich mein Verständnis der Kern-Codebasis von LibreOffice weiter vertiefen, insbesondere in den Bereichen C++, macOS, VCL und Entwickler-Tools. Da ich noch dazulerne, möchte ich Aufgaben Schritt für Schritt angehen und Beiträge leisten, die sowohl nützlich als auch wartbar sind.
Meiner Meinung nach profitiert LibreOffice enorm von besseren Einarbeitungsmöglichkeiten für neue Mitwirkende – insbesondere für diejenigen, die keinen reinen Informatik-Hintergrund haben. Die Codebasis ist umfangreich und kann anfangs einschüchternd wirken; daher sind Dokumentation, Mentoring sowie kleine, gut beschriebene Aufgaben von großer Bedeutung.
Zudem muss LibreOffice weiterhin Augenmerk auf plattformspezifische Aspekte legen, einschließlich macOS, da viele Nutzer in unterschiedlichsten Umgebungen täglich auf das Programm angewiesen sind. Selbst kleine Verbesserungen können für die Anwender einen großen Unterschied machen.
Für mich war die Mitarbeit an LibreOffice sowohl eine technische Lernreise als auch eine Möglichkeit, etwas an die Gemeinschaft zurückzugeben. Ich schätze die Geduld und Unterstützung der Community sehr, denn sie hat mir geholfen, bessere Fragen zu stellen, Code-Reviews besser zu verstehen und als Mitwirkender zunehmend an Sicherheit zu gewinnen.
Please accept YouTube cookies to play this video. By accepting you will be accessing content from YouTube, a service provided by an external third party.
If you accept this notice, your choice will be saved and the page will refresh.
