Community-Mitglied Montag: Tulio Macedo

Übersetzung: englisches Original von Mike Saunders

Erzählen Sie uns, was Sie im LibreOffice-Projekt sowie in anderen Projekten für freie und Open-Source-Software (FOSS) tun!

Ich bin Mitglied des brasilianischen Dokumentationsteams, offiziell seit 2017. Den Großteil dieser Zeit habe ich mit Übersetzungen und Lokalisierungen verbracht, doch in letzter Zeit habe ich mich verstärkt dem Webdesign gewidmet – etwa beim „Bookshelf“-Projekt und der Aktualisierung der Online-Hilfe. Auch zuvor war ich bereits in den Bereichen Übersetzung und Lokalisierung tätig, beispielsweise beim XOOPS-CMS und beim Fedora-Projekt, wo ich 2008 als Botschafter (Ambassador) begonnen hatte.

Was sind Ihre beruflichen Tätigkeiten und welchen Bezug haben sie zu FOSS?

Ich bin im öffentlichen Dienst des brasilianischen Bundes tätig und habe mich an einigen Initiativen zum Einsatz freier Software in Behörden beteiligt. Da ich jedoch auf dieser Ebene keine Entscheidungen treffe, kann ich an meinem Arbeitsplatz nur wenig dazu beitragen, die Einführung freier Software voranzutreiben. Bei der Wahl meiner Werkzeuge entscheide ich mich – wann immer möglich – für freie Software, doch die Auswahl ist begrenzt.

Was haben Sie in letzter Zeit zum LibreOffice-Projekt beigetragen?

Die Aktualisierung der Online-Hilfe hat bereits für Aufmerksamkeit gesorgt; ich konnte dazu beitragen, sie zu modernisieren und Standards zu nutzen, die für mehr Barrierefreiheit und Responsive Design sorgen, sowie ein ansprechenderes, modernes Erscheinungsbild zu schaffen. Wir halten in der brasilianischen Community wöchentliche Treffen ab, um über die Fortschritte des Teams auf dem Laufenden zu bleiben, neue Ideen einzubringen und Arbeitsabläufe zu etablieren, die das Projekt voranbringen.

Wie gestaltet sich das Mitwirken (welche Aspekte sind einfach oder schwierig im Hinblick auf die Werkzeuge und Prozesse des Projekts)?

Es hat eine Weile gedauert, bis ich die anfängliche Hürde beim Einreichen von Fehlerberichten oder Code über Git überwunden hatte – jede Organisation hat ihre eigenen Abläufe, und manche stellen mehr Hürden auf als andere. Sobald man diese erste Hürde genommen hat, wird vieles deutlich einfacher.

Wie interagieren Sie mit anderen Mitgliedern der LibreOffice-Community (insbesondere der brasilianischen)?

Unser wöchentliches Treffen ist dabei eine große Hilfe – wir tauschen uns regelmäßig aus, was maßgeblich dazu beiträgt, Probleme zu lösen und den Zusammenhalt unter den Mitgliedern zu stärken. Wir hatten bereits einige persönliche Treffen, etwa bei der Konferenz 2022 in Brasília und bei verschiedenen Hackathons, und planen weitere solcher Zusammenkünfte, die sich meist als sehr produktiv und zudem unterhaltsam erweisen.

Welchen Eindruck haben Sie von LibreOffice als Produkt? Sehen Sie es in Brasilien im Einsatz – sowohl im öffentlichen als auch im privaten Sektor?

Ich persönlich nutze diese Suite schon seit der Zeit, als sie noch StarOffice hieß – damals, um die Jahrtausendwende, war sie so gut wie die einzige wirklich brauchbare Office-Suite für Linux. Später folgte OpenOffice (das in Brasilien unter dem Namen BrOffice bekannt wurde) und schließlich LibreOffice.

Meiner ehrlichen Meinung nach ist sie die umfassendste Office-Suite auf dem Markt. Zudem freue ich mich, dass es sich um Open-Source-Software handelt – was ich bei jeder Art von Programm bevorzuge. Heutzutage nutze ich Office-Suiten zwar deutlich seltener, da sie für meine üblichen Computeraufgaben kaum noch erforderlich sind, doch ich bleibe stets auf dem Laufenden – unter anderem durch die Übersetzung der Hilfetexte, die aufmerksamen Nutzern die neuen Funktionen von LibreOffice näherbringen.

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