
Dies ist Teil des Jahresberichts 2025 der The Document Foundation (TDF), der gemeinnützigen Organisation, die das LibreOffice-Projekt und die dazugehörige Community koordiniert.
Die TDF existiert aufgrund einer großen, dynamischen globalen Gemeinschaft – Freiwillige, Ökosystemunternehmen und engagierte Endbenutzer, die unsere Arbeit mit Zeit- und Geldspenden unterstützen. Der Jahresabschluss 2025 erzählt eine klare Geschichte: eine Stiftung, die erheblich gewachsen ist, während ihre Finanzen transparent bleiben und ihre Ausgaben an ihre Mission gebunden sind.
Ein Jahr starken Einkommenswachstums
Die Gesamteinnahmen für das Jahr 2025 beliefen sich auf 2.175.997 € – ein deutlicher Anstieg gegenüber den 1.387.589 €, die im Jahr 2024 verzeichnet wurden. Dieses Wachstum speiste sich aus drei verschiedenen Quellen, auf die jeweils näher eingegangen werden sollte.
Der größte Anteil – 1.976.825 € – stammte aus Spenden, und zwar überwiegend von einzelnen Nutzern und Kleinunternehmen, vorwiegend aus Europa. Dies war das fünfte Jahr in Folge, in dem das Spendenaufkommen die Marke von einer Million Euro überschritt, und zugleich der bislang höchste Wert. Ein Teil dieses Anstiegs erfolgte organisch und spiegelte die anhaltend hohen Download-Zahlen von LibreOffice wider. Ein weiterer Teil ist auf eine konkrete Änderung zurückzuführen: Mitte 2025 führten wir unter Windows eine neue Update-Benachrichtigung direkt im Programm ein. Diese informiert Nutzer in regelmäßigen Abständen – nach jeder Hauptversion sowie ausgewählten Nebenversionen – über verfügbare Updates, stellt die neuen Funktionen vor und lädt dazu ein, das Projekt mit einer Spende zu unterstützen. Die Wirkung zeigte sich unmittelbar durch einen Anstieg des Spendenaufkommens direkt nach der Einführung; zudem sorgt die Maßnahme auch im Jahr 2026 für ein weiterhin höheres Spendenniveau. Wir legen dies offen dar, da Transparenz hinsichtlich der *Gründe* für die Veränderung der Zahlen ebenso wichtig ist wie die Zahlen selbst.
Die zweite Einnahmequelle waren Erlöse aus dem Vertrieb von LibreOffice über Online-Shops, Sponsoring und damit verbundene kommerzielle Aktivitäten, die zusammen 168.975 € einbrachten. Den größten Anteil daran hatten der Apple App Store (118.942 €) und der Microsoft Store (35.393 €).
Die dritte Quelle waren Einnahmen in Höhe von 30.197 € aus Wertpapieren, die im Rahmen der Vermögensverwaltung der Stiftung gehalten wurden.
Wie das Geld ausgegeben wurde
Die Gesamtausgaben für das Jahr 2025 beliefen sich auf 1.457.343 €. Die Aufschlüsselung nach Kategorien zeigt, wohin die Spendengelder fließen.
- Der größte Kostenpunkt entfiel mit 1.091.032 € weiterhin auf Personal und laufenden Betrieb. Dies umfasst Gehälter (406.736 €), gesetzliche Sozialversicherungsbeiträge (93.244 €) sowie Honorare für freie Mitarbeiter (591.052 €) – also jene Personen, die Infrastruktur, Kommunikation, Verwaltung und Projektkoordination aufrechterhalten, um Wissen zu teilen, die Community bei ihren Aktivitäten zu unterstützen und Mitwirkenden die Ausübung ihrer Tätigkeit zu ermöglichen.
- Auftragsvergaben: Wie bereits 2024 wurden auch 2025 keine Aufträge für Entwicklungsarbeiten vergeben. Ausschreibungen im Zusammenhang mit der LibreOffice-Entwicklung sind weiterhin ausgesetzt; sie werden auf der Grundlage der derzeit diskutierten Entwicklungsstrategie und gemäß der neuen Beschaffungsrichtlinie wieder aufgenommen.
- Die Ausgaben für Veranstaltungen und Community-Unterstützung beliefen sich auf rund 87.000 €. Darin enthalten sind die LibreOffice-Konferenz (Entwicklerkonferenz, 51.184 €), Community-Projekte (15.014 €) und Stipendien für Studierende (17.368 €) sowie Marketinginitiativen. Diese Mittel fördern Veranstaltungen und lokale Aktivitäten, die den Zusammenhalt der weltweiten Community stärken und uns dabei helfen, Wissen weltweit zu verbreiten.
- Die Kosten für Infrastruktur und Hosting beliefen sich auf 51.420 €; darin enthalten sind Hosting, virtuelle Maschinen, Dienste und Domains, die die technische Unabhängigkeit des Projekts gewährleisten – ein grundlegender Aspekt, dem wir weiterhin hohe Priorität einräumen.
- Die Ausgaben für Rechts- und Verwaltungsangelegenheiten summierten sich auf rund 92.000 €. Darin enthalten sind Kosten für Buchhaltung und Jahresabschlusserstellung (34.164 €), Rechtsberatung (36.597 € für projektbezogene und allgemeine juristische Tätigkeiten) sowie Versicherungen (4.626 €).
Kosten für die Mittelbeschaffung. Der Empfang von Spenden ist nicht kostenlos. Im Jahr 2025 beliefen sich die Gebühren für Zahlungsabwicklung und Bankdienstleistungen auf rund 98.000 € – aufgeteilt in Stripe-Gebühren (46.446 €) sowie Gebühren für Banküberweisungen und Geldtransfers (51.190 €). Dies sind schlicht betriebsbedingte Kosten, die mit dem Volumen der eingehenden Spenden skalieren. Ergänzend sei angemerkt, dass diese Zahlen nicht das vollständige Bild widerspiegeln, da die Kosten für die Währungsumrechnung bei PayPal in den Transaktionen enthalten und nicht separat ausgewiesen sind – auch wenn sie größenordnungsmäßig mit den Stripe-Gebühren vergleichbar sind. Wir legen diese Zahlen offen dar, damit niemand unterschätzt, welche Kosten mit der Einwerbung der Spenden verbunden sind, die unsere Arbeit finanzieren.
Ergebnisse und Transparenz
Nach Abzug der Ausgaben schloss die gemeinnützige Organisation das Jahr mit einem Ergebnis von 554.476 € ab; die Vermögensverwaltung trug 21.263 € bei, und der wirtschaftliche Geschäftsbetrieb erwirtschaftete einen Gewinn von 142.916 €.
Transparenz bleibt eines der wesentlichen Merkmale der TDF – gegenüber unseren Spendern, Mitwirkenden, der Community und den Nutzern. Unsere Buchführung wird von einer professionellen Fachkraft erledigt, und unsere vollständigen Buchungslisten, die alle Einnahmen und Ausgaben nach Projekten aufgeschlüsselt aufführen, werden in unserem öffentlichen Wiki unter https://wiki.documentfoundation.org/TDF/Ledgers veröffentlicht (wobei lediglich einige wenige Posten aus Datenschutzgründen unkenntlich gemacht wurden). Wie in den Vorjahren – und angesichts der Größe, die die Stiftung inzwischen erreicht hat – wurden unsere Bücher geprüft; der Vorstand arbeitet weiterhin mit den Berliner Behörden zusammen, um die im Rahmen der Prüfung empfohlenen Verbesserungen umzusetzen.
Allen, die im Jahr 2025 Zeit, Fähigkeiten, Ressourcen und Geld eingebracht haben: Vielen Dank. Die Stärke der Stiftung ist Ihr Verdienst.
Hinweis: Bei den oben aufgeführten Ausgabenkategorien handelt es sich um indikative Gruppierungen auf der Grundlage der Buchhaltung der Stiftung. Sie berücksichtigen weder Mehrwertsteuerflüsse noch bestimmte Sachkosten, die in der Buchführung gesondert erfasst werden; daher ist keine rechnerische Abstimmung mit den Jahresergebnissen der einzelnen Tätigkeitsbereiche vorgesehen. Die maßgeblichen, detailliert aufgeschlüsselten Zahlen sind in den Buchhaltungsunterlagen ausgewiesen.
