Einblicke von der InstallFest 2026 Konferenz in Prag

Petr Valach aus der tschechischen LibreOffice-Community schreibt:

Am letzten Märzwochenende 2026 fand die reguläre InstallFest 2026-Konferenz statt. Hier ist eine Zusammenfassung der Neuigkeiten und Erkenntnisse, die wir auf der Veranstaltung gewonnen haben.

Neuer Veranstaltungsort

Was jedem Besucher sofort beim Betreten des Gebäudes auffiel, war die veränderte Lage der Konferenzräume. Statt wie bisher in Gebäude E im Innenhof des Fakultätsgebäudes für Elektrotechnik, gelangten die Besucher nun direkt von der Rezeption über die Treppe in Gebäude A. Dadurch standen der Konferenz größere Räumlichkeiten zur Verfügung (drei Etagen wurden genutzt), was die Besucher sicherlich begrüßten, da es nirgends überfüllt war.

Wie ich bereits im Vorjahr in meinem Bericht erwähnte, bevorzuge ich persönlich historische Räumlichkeiten gegenüber moderner Architektur wie der der LinuxDays. Deren Design ist zwar auch sehr interessant, mit einer gewissen beabsichtigten Schlichtheit und Zweckmäßigkeit, doch historische Gebäude bergen ihren ganz eigenen Charme und den Zauber vergangener Zeiten.

Die Platzierung der meisten Stände war jedoch problematisch. Sie befanden sich (wie im Vorjahr) in einem einzigen Raum. Wenn Besucher nichts von ihnen wussten, würden sie nicht von selbst dorthin gehen – sie mussten sie gezielt suchen (obwohl überall Schilder angebracht waren und das Magnetstreifensystem lobenswert ist). Stände sollten besser in Fluren platziert werden, wo sie gut sichtbar sind. Andererseits muss man berücksichtigen, dass eine solche Platzierung aufgrund des Echos den Geräuschpegel in den Gängen erhöhen und störend wirken könnte. Jedenfalls gab es am LibreOffice-Stand nur sehr wenige Besucher – deutlich weniger als bei den LinuxDays. Daher fällt die Liste der Beobachtungen kurz aus.

Am Stand der The Document Foundation / LibreOffice Stand

Am Stand boten wir neben Informationen und Beratung auch traditionelle Werbeartikel wie Aufkleber, Bierdeckel und Flyer an. Neu waren diesmal Anstecknadeln, die die Besucher an ihren Revers befestigen konnten, und das Interesse daran war überraschend groß. Außerdem gab es wieder ein kleines Gewinnspiel in Form eines Lückentext-Rätsels. Die Hinweise waren auf den beiden Etagen verteilt, auf denen die Konferenz stattfand.

Dieses Jahr nahm nur ein Mitglied der The Document Foundation am InstallFest teil. Eine wichtige Verstärkung war jedoch der dreizehnjährige Matěj, der hauptsächlich beim Tragen von Ausrüstung und der Betreuung des Standes half. Er besuchte außerdem einen Vortrag über FreeCAD und den dazugehörigen Workshop (sowie einen weiteren). Matěj ist ein hochfunktionaler Autist mit Interessen in Physik, Astronomie, Fotografie und IT und wird künftig an LibreOffice-Übersetzungen mitwirken. Wir sind gespannt, wie er das macht.

Themen und Einblicke

Nur wenige Tage vor der Konferenz erließ die Bundesregierung eine Richtlinie, die die Verwendung des ODF-Formats in öffentlichen Verwaltungen vorschreibt. ODF ist eines der geforderten Formate (neben XML, PDF usw.). Das OOXML-Format fehlt vollständig, was bedeutet, dass es auf Bundesebene in Deutschland nicht unterstützt wird. Dies hat klare Konsequenzen und signalisiert eine Abkehr nicht nur von OOXML, sondern auch von Microsoft Office, da dessen Kompatibilität mit ODF mangelhaft ist.

Diese Information (sowie die jüngsten Implementierungen, beispielsweise in Dänemark, Österreich, Schleswig-Holstein usw.) stießen bei den Besuchern auf großes Interesse. Diese Implementierungen zeigen, dass Regierungen (regional wie national) LibreOffice ernst nehmen. Sie signalisieren, dass LibreOffice eine hochwertige Suite ist, die den Anforderungen der öffentlichen Verwaltung gerecht wird.

Damit dies der Fall ist, muss LibreOffice bestimmte Kriterien erfüllen. Am wichtigsten ist wohl die Funktionalität – es muss die Anforderungen von Regierungen erfüllen können. Ebenso wichtig ist jedoch die Sicherheit. Bekanntermaßen ist die Nutzung von Microsoft 365 (der Cloud-Version von Microsoft Office) problematisch, da sie gegen die DSGVO verstößt. Nutzer haben bei der Verwendung dieser Anwendung keine Kontrolle über ihre Daten. Dieses Problem tritt bei der Desktop- oder Online-Version von LibreOffice nicht auf; hier haben die Nutzer die volle Kontrolle über ihre Daten. Für Institutionen, die sensible personenbezogene Daten verarbeiten, ist dies eine entscheidende Anforderung, die nicht vernachlässigt werden darf.

Es war interessant zu beobachten, wie wichtig Datenschutz und Datensicherheit den Besuchern des Messestandes (überwiegend jungen Studierenden) sind. Aber nicht nur ihnen. Ein Student der Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Karls-Universität erwähnte, dass die Nutzung von Google Workspace an seiner Universität aus Datenschutzgründen verboten ist; es ist jedoch merkwürdig, dass Microsoft 365 weiterhin erlaubt ist (obwohl dieselben Richtlinien gelten).

Die Studierenden, mit denen wir sprachen, sind im Allgemeinen zufrieden mit LibreOffice und nutzen es für Standard-Büroaufgaben. Neben Writer und Calc wird auch Impress verwendet – die Studierenden sind damit zufrieden, obwohl es oft als das schwächste Modul von LibreOffice gilt. Sie waren sich einig, dass es sehr hilfreich wäre, Objekte auf Folien automatisch direkt zu beschriften, was die Übersichtlichkeit beim Bearbeiten von Animationen verbessern würde; die Nutzer würden sofort die Reihenfolge der auf bestimmte Objekte angewendeten Aktionen sehen (wie in PowerPoint).

Ein Student fragte auch nach der Möglichkeit, zwischen Folien zu morphen (wie in PowerPoint); Impress unterstützt diese Funktion nicht, und subjektiv wird sie als nicht unbedingt notwendig empfunden – eher als ein unnötiger „visueller Effekt“.

Dieses Mal nahmen deutlich weniger Personen am Wettbewerb teil als bei den LinuxDays – es wurden lediglich sieben vollständige Beiträge eingereicht, sogar weniger als im Vorjahr beim InstallFest. Dennoch wurden drei Gewinner ausgelost, die T-Shirts und eine gedruckte Farbübersetzung des Writer-Handbuchs erhielten. Wie immer konnten die Teilnehmer Fragen oder Kommentare hinzufügen – dies tat jedoch nur ein Teilnehmer mit zwei Fragen.

  • Die erste Frage betraf die Unterstützung des Dunkelmodus. Dieser ist in LibreOffice nicht neu; er kann unter „Extras | Optionen“ im Menüpunkt „Aussehen“ ausgewählt werden. Seit LibreOffice 25.8 können Benutzer nicht nur zwischen hellem und dunklem Design wechseln, sondern auch Designs installieren, die die Farben der Benutzeroberfläche vollständig verändern.
  • Die zweite Frage bezog sich auf die Unterstützung von Cloud-Diensten in LibreOffice. LibreOffice ermöglicht Verbindungen zu verschiedenen Cloud-Diensten wie OneDrive, Google Drive, WebDAV und anderen. Diese Option ist unter „Datei | Remote öffnen“ verfügbar.

Die InstallFest 2026 Konferenz liegt nun hinter uns. Wir müssen bis Oktober auf die nächste IT-Konferenz warten – die LinuxDays 2026. Werden wir uns dort treffen?

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