Software Freedom Day 2026: Welche Freiheiten bietet LibreOffice?

Übersetzung: englisches Original von Italo Vignoli

Heute, am 19. September, ist der Software Freedom Day – ein besonderer Tag, den die Gemeinschaft für freie Software jedes Jahr am dritten Samstag im September weltweit begeht.

Dies ist eine gute Gelegenheit, LibreOffice aus einer Perspektive zu betrachten, die oft als selbstverständlich vorausgesetzt wird: nicht danach zu fragen, was die Software leistet, sondern was sie den Nutzern ermöglicht – und was sie ihnen nicht aufzwingt.

Die vier Freiheiten

LibreOffice wird unter der Mozilla Public License 2.0 vertrieben, die jedem Nutzer die vier Freiheiten garantiert, welche freie Software definieren:

  1. die Freiheit, das Programm für jeden beliebigen Zweck ohne jegliche Einschränkungen auszuführen;
  2. die Freiheit, die Funktionsweise des Programms zu untersuchen, dank der Verfügbarkeit des Quellcodes;
  3. die Freiheit, das Programm an die eigenen Bedürfnisse anzupassen – sei es auf individueller oder auf organisationaler Ebene;
  4. die Freiheit, Kopien der Software – einschließlich modifizierter Versionen – weiterzugeben, damit auch andere Nutzer von deren Vorteilen profitieren können.
Die Freiheit, über die eigenen Dokumente zu verfügen

Ein Dokument gehört seinem Verfasser nur dann wirklich, wenn das Format, in dem es gespeichert ist, nicht im Eigentum eines anderen steht. LibreOffice verwendet das Open Document Format (ODF) als natives Format – einen ISO/IEC-Standard, der bei OASIS in einem transparenten und vollständig dokumentierten Verfahren entwickelt wurde und den kein einzelnes Unternehmen einseitig kontrollieren oder verändern kann.

Das bedeutet, dass ein heute im ODF-Format gespeichertes Dokument auch in zwanzig Jahren noch lesbar sein wird – sei es mit LibreOffice oder mit anderer Software, die diesen Standard unterstützt. Für Privatpersonen ist dies eine Frage der Zweckmäßigkeit. Für Behörden hingegen, die zur Archivierung von Dokumenten und zur Kommunikation mit den Bürgern verpflichtet sind – ohne diese zum Kauf bestimmter Software zu zwingen –, ist es eine Frage des Prinzips.

Die Freiheit, Ihre Daten privat zu halten

LibreOffice erfasst keine Daten über seine Nutzung und erfordert nicht die Erstellung eines Benutzerkontos. Dokumente werden auf dem Computer des Benutzers erstellt, bearbeitet und gespeichert; sie verbleiben dort, sofern der Benutzer nicht anders entscheidet. Es besteht keine zwingende Verbindung zu einem Cloud-Dienst, und es wird kein Benutzerprofil auf einem entfernten Server angelegt.

Die Freiheit, ohne Ablenkungen zu arbeiten

LibreOffice zeigt keine Werbung an und fordert Nutzer nicht dazu auf, ein Abonnement abzuschließen oder sich für einen Premium-Tarif anzumelden. Die Benutzeroberfläche ist darauf ausgelegt, die Arbeit der Nutzer zu unterstützen, nicht um zusätzliche Dienste zu verkaufen.

Die Freiheit, über künstliche Intelligenz zu entscheiden

LibreOffice enthält keine Funktionen für generative KI. Nutzer, die diese benötigen, können sie über Erweiterungen hinzufügen und den gewünschten Dienst – einschließlich lokal ausgeführter Modelle – wählen; Nutzer hingegen, die sie nicht brauchen, müssen auf nichts verzichten, da es schlichtweg nichts gibt, das man vermissen könnte.

Die Freiheit, Plattform und Sprache zu wählen

LibreOffice läuft unter Windows, macOS und Linux, und Dokumente lassen sich nahtlos zwischen den Systemen austauschen. Dank der Arbeit freiwilliger Übersetzer ist die Benutzeroberfläche in 120 Sprachen verfügbar – darunter auch Sprachen, die von kommerziellen Softwareanbietern vernachlässigt werden. Für Sprecher dieser Sprachen ist LibreOffice das einzige verfügbare Office-Paket.

Die Freiheit von Lizenzgebühren und Anbieterbindung

LibreOffice kann von Privatpersonen, Unternehmen und Behörden frei – und somit kostenlos – genutzt werden. Es sind weder Abonnements abzuschließen oder zu verlängern noch gibt es Update-Zwänge: Die Nutzer entscheiden selbst, wann sie auf eine neue Version umsteigen. Zudem lassen sich Dokumente im ODF-Format ohne Konvertierung in jede andere Software übertragen.

Die Freiheit Unterstützung zu wählen

Organisationen, die langfristige professionelle Unterstützung, Service-Level-Vereinbarungen oder maßgeschneiderte Entwicklungen benötigen, können diese bei Unternehmen aus dem LibreOffice-Ökosystem beziehen, die Enterprise-Versionen von LibreOffice sowie entsprechende professionelle Dienstleistungen anbieten. Bei der Wahl des Anbieters besteht volle Freiheit, und ein Anbieterwechsel erfordert weder einen Wechsel der Software noch des Dokumentenformats.

Die Freiheit zur Teilhabe

LibreOffice wird von einer weltweiten Gemeinschaft entwickelt. Jeder kann einen Beitrag leisten – und das nicht nur durch das Schreiben von Programmcode: Übersetzung, Qualitätssicherung, Dokumentation, Design, Marketing und Anwendersupport sind Aufgaben, die von Freiwilligen übernommen werden. Wer keine Zeit für eine aktive Mitarbeit hat, kann das Projekt mit einer Spende unterstützen und so dazu beitragen, dessen Unabhängigkeit zu wahren.

So feiern Sie den Software Freedom Day

Der einfachste Weg, den Software Freedom Day zu feiern, besteht darin, diese Freiheiten zu nutzen: Laden Sie LibreOffice herunter, speichern Sie Ihre Dokumente im ODF-Format und geben Sie die Software an alle weiter, die sie gebrauchen können. Und wenn Sie mehr tun möchten, können Sie sich darüber informieren, wie Sie sich engagieren oder eine Spende an die The Document Foundation geben können.

Herunterladen: https://de.libreoffice.org/download/download/
Mitmachen: https://whatcanidoforlibreoffice.org/#!/progornoprog/marketing
Spenden: https://de.libreoffice.org/donate/

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