Community-Mitglied Montag: Aleksi Kallio

Übersetzung: englisches Original von Mike Saunders

Erzählen Sie uns ein wenig über sich!

Ich bin Aleksi und wohne in Oulu im Norden Finnlands. Diesen Frühling habe ich meinen Bachelor-Abschluss in Wirtschaftsinformatik gemacht; zuvor hatte ich bereits eine Berufsausbildung im Bereich Softwareentwicklung absolviert. Beruflich komme ich aus der Softwareentwicklung: Ich habe an einem sicheren Android-Smartphone gearbeitet und mich dabei vorwiegend um die Behebung von Fehlern im Betriebssystem gekümmert.

In meiner Freizeit begeistere ich mich für Retro-Computing – also für alte Computer, alte Mobiltelefone und die Software, die darauf lief. Man kann viel von Software lernen, die zu einer Zeit geschrieben wurde, als sie noch auf physischen Datenträgern ausgeliefert werden musste. Jedes Mal, wenn ich mich mit alter Software beschäftige, entdecke ich ein Detail, das ich gerne selbst nachbauen möchte: sei es eine interessante Designentscheidung, durch die sich die Benutzeroberfläche von der Masse abhebt, oder eine Funktion, bei der ich mich frage, wie sie bloß umgesetzt wurde.

Außerdem verbringe ich gerne Zeit in meinem lokalen Hacklab und engagiere mich ehrenamtlich bei Gaming-Festivals. Und natürlich arbeite ich auch gerne an LibreOffice mit. Was LibreOffice für mich so interessant macht, ist die lange Geschichte der Codebasis. Wenn ich den Code lese und die Commits durchgehe, kann ich eine Zeitreise unternehmen und nachvollziehen, wie sich die Software im Laufe der Jahre weiterentwickelt hat.

Woran arbeiten Sie gerade im LibreOffice-Projekt?

Derzeit arbeite ich an kleineren Code-Korrekturen. Ich greife mir Fehler aus Bugzilla, versuche sie zu reproduzieren und reiche schließlich einen Patch ein, der das Problem behebt. Bei einer Codebasis von der Größe von LibreOffice kann man nicht einfach planlos eine Notlösung zusammenbasteln und hoffen, dass sie funktioniert. Man muss die Ursache verstehen, um an der richtigen Stelle suchen und die Auswirkungen der Änderung auf das Gesamtbild einschätzen zu können.

Da ich Erfahrung mit dem Debugging unter Android mitbringe, macht mir dieser Teil der Arbeit viel Spaß. Zudem ist die Zusammenarbeit mit allen in der Community wirklich großartig. Besonders durch Code-Reviews habe ich viel gelernt – etwa wenn ein erfahrenerer Entwickler auf etwas hinwies, das mir selbst nie aufgefallen wäre.

Warum haben Sie sich entschieden, Mitglied der The Document Foundation zu werden?

Mitglied zu werden, war für mich eine Art Signal: Ich bin hier, um langfristig mitzuarbeiten, und nicht nur auf der Durchreise. Bevor ich anfing, mich zu engagieren, hatte ich etwas Angst davor, Code unter meinem eigenen Namen zu veröffentlichen. Ich hatte das Gefühl, mein Code sei nicht gut genug und man könne erst nach jahrzehntelanger Entwicklungserfahrung einen Beitrag zu Open-Source-Projekten leisten.

Wie sehr ich mich doch geirrt hatte! Es reichte völlig aus, die Probleme gründlich durchzugehen (die Community hinterlässt in den Bugzilla-Kommentaren oft hilfreiche Hinweise), das Problem zu verstehen und den bestmöglichen Patch einzureichen. Auch die Unterstützung durch einen Mentor sowie die Community im IRC – wo ich jederzeit Fragen stellen konnte – waren eine große Hilfe.

Planen Sie sonst noch etwas für die Zukunft?

Ich habe vor, mich von kleineren Fehlerbehebungen hin zu interessanteren Bugs zu orientieren (unser Bugzilla enthält keine wirklich schwierigen Probleme, sondern nur interessante). Außerdem freue ich mich darauf, mit anderen Teams zusammenzuarbeiten. Da ich mich in letzter Zeit für Qualitätssicherung und Dokumentation interessiere, reizt es mich, kleinere Aufgaben in diesen Bereichen zu übernehmen und so das nötige Wissen für umfangreichere Projekte aufzubauen.

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Was braucht LibreOffice wirklich?

Das ist eine schwierige Frage. Zumindest in Finnland muss LibreOffice an Schulen als echte Alternative angeboten werden. Das bedeutet auch, dass wir mehr Leute brauchen, die sich damit so gut auskennen, dass sie es unterrichten können.

Um das Thema etwas aufzulockern: Wir haben uns kürzlich im Hacklab die Excel-Weltmeisterschaft angesehen. Ich bin mir nicht sicher, ob LibreOffice so etwas wirklich braucht, aber es wäre toll zu sehen, wie Leute, die Calc wirklich beherrschen, Probleme lösen und gegeneinander antreten. In der einfachsten Form könnte es ein Community-Wettbewerb sein, bei dem es darum geht, wer die meisten kniffligen Aufgaben löst.

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